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Peter Kraus zeigt sich im Bremer Musicaltheater vielseitig und topfit - Charmant bis in die Haarspitzen
Bremen - Von Boris Hellmers· Es hat nicht lange gedauert, bis die Bremer Peter-Kraus-Fans ihr Idol wiedersehen durften: Gerade erst im Frühling 2008 hatte Kraus mit juvenilem Hüftschwung aufgetrumpft. Am Mittwochabend war er schon wieder im Musicaltheater zu Gast. Und was soll man sagen? Er ist immer noch nicht wirklich älter geworden.
Er kann irgendwie alles und begeisterte sein Bremer Publikum im Musicaltheater: Peter Kraus.
Und dabei zählt "unser Peter" mittlerweile 70 Lenze. Das Publikum ist da schon sichtbar gereifter: Bundfaltenhosen statt Röhrenjeans, Zopfpulli statt Petticoat.
Die Melange aus Alt und Neu, aus Früher und Heute geht bei vielen Lebenslänglich-Stars ganz schrecklich in die Hose. Wenn Stars von einst in Retro-Shows mit schlecht sitzenden Toupets ihre Schmonzetten längst vergangener Epochen vortragen, ist fast immer Fremdschämen angesagt. Als Kraus' Show begann, lag eine kleine Weile diese Gefahr in der Luft. "Willkommen im Jahr 1956!", wurde das Publikum begrüßt. Es folgten heitere Schwarzweiß-Webespots aus der Wirtschaftswunderzeit und Peter Kraus, ganz in Hemd und Jeans -- so, wie man ihn aus seinen Revuefilmen kennt.
Doch das wurde keine Rückwärts-Parade, sondern ein augenzwinkerndes Pflichtprogramm: Im Zeitraffer trällerte Kraus sich durch seine Bilderbuchkarriere, flankiert von Zeitungsausschnitten: "Tutti Frutti", "Sugar sugar baby" oder "Ich wär' so gern Dein Teddybär" im Schweinsgalopp, denn fehlen durfte das natürlich nicht. Als Kraus dann kurz verschwand, die Sechser-Kombo plötzlich voller und voller klang, sich dann der Vorhang hob und die Big Band den Spielbetrieb aufnahm, da ging's eigentlich erst richtig los. "Willkommen im Jahr 2009, yeah!", rief Kraus, als er nun ganz schick im anthrazitglitzernden Abendanzug wieder auf die Bühne trat.
Er hat die Kurve perfekt gekriegt. Keiner redet mehr von alten Zeiten, wenn Kraus ganz im Hier und Heute singt und erzählt. Und dabei ist Kraus heute im Prinzip derselbe wie damals: charmant bis in die Haarspitzen, gesanglich hoch beweglich und trotzdem erfrischend natürlich und körperlich auf Draht und immer in Bewegung. Wenn er spritzige Queen-Titel adaptiert ("Crazy little thing called love"), wenn er zum Big-Band-Mambo auf der Bühne herumspringt, aber auch, wenn er traurige Balladen bringt oder "Moon River" zum Hohelied des Verzeihens umwidmet, dann ist er einer der wenigen Künstler, die irgendwie alles können, ohne in einer einzigen Facette gekünstelt daherzukommen.
Dafür lieben ihn seine lebenslänglichen Fans. Sie lieben ihn auch dafür, dass mit dem Lebensalter die Themen gewechselt haben. Riesiger Applaus für Peter Kraus und seine druckvoll und mit lässigem Swing musizierenden Begleiter.
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