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Peter Kraus im Circus Krone: Nicht nur für Tutti Mutti
Von Jörg Heinrich, Münchner Merkur: Botschaft des Abends von Peter Kraus, dem Jungbrunnenbuberl aus München: Auch die Frau über 60 kann noch ein Sugar Baby sein. Sogar Stoffhosen und Winterstrümpfe können sich wie ein Petticoat anfühlen - wenn der Peter rockt und swingt und seine ''Mädls'' im Publikum bezirzt: ''Ich würd euch ja gern alle glücklich machen, aber ich habe nicht so viel Zeit.''
Foto: dpa
Von wegen! Er machte sie alle froh bei seinen beiden Geburtstagskonzerten zum 70. im Circus Krone. Kraus statt grau - ein Mann schafft für sich und seine Fans das Verfallsdatum ab. So happy war selten ein Birthday.
Und das Schöne: Peter Kraus verbreitet nicht die Spur des Rheumadecken-Muffs, der bei Konzerten älterer Schlagerstars gern mal durch den Saal wabert. Viel Witz, viel Selbstironie, eine exquisite 13-Mann-Combo mit fettem Bigband-Sound, vorangetrieben vom enthusiastischen Drummer und Bandleader Guido Jöris - man muss keine 50 sein, um hier Spass zu haben. Frag' nach bei der U-30-Jungmädel-Fraktion an beiden Bühnenrändern, die bei Chuck Berrys ''Rock and Roll Music'' abtanzt, als würden die seligen Oasis oder Robbie Williams auf der Bühne stehen.
Natürlich: Peter Kraus bleibt immer der nette Peter - wenn er Dean Martins ''Everybody Loves Somebody Sometimes'' covert, schwappt kein Whiskey im imaginären Glas, sondern Rharbarberschorle. Und wenn er sich am Blues versucht (''Du willst die Scheidung? Na gut, aber Wuffi, unser Hund, bleibt hier''), sind Elend und Leid so meilenweit weg wie Memphis/Tennessee vom Kronebau.
Aber: Wer will Peter Kraus dafür heute noch kritisieren? Er ist der Glücklichmacher (nicht nur) für Tutti Mutti.
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